Die Schönheit der Branche

In der zweiten Episode geht es um eine, man muss es leider so formulieren, Minderheit in der Architektur: Die selbständige Fachfrau. Wo verschwinden die Frauen hin nach dem Architekturstudium? Die Frage ist berechtigt, denn die Zahlen sind irritierend: mehr als die Hälfte der Studierenden des Fachs Architektur ist weiblich. Aber in den Führungsetagen größerer Büros (mit mehr als 10 Mitarbeitern) sind nur 1% Frauen vertreten, also zu 99 % Männer. Immerhin sind 20 % der kleinen Büros von Frauen geführt. Ist es waghalsig, sich als Frau selbständig zu machen in Deutschland? Dazu spreche ich mit Kristin Engel, die sich mit nur drei Jahren Berufserfahrung selbständig gemacht hat und seit 6 Jahren ihr eigenes Büro hat. Sie klärt junge Frauen an Schulen und Hochschulen auf, um sich dem Beruf anzunähern. Warum sie das tut, und wer es eigentlich tun sollte, und was man braucht, um als Selbständige erfolgreich zu sein, erzählt sie in dieser Episode.

Schwarz, Weiß, Bunt: Wer entscheidet in der Architektur?

In der ersten Episode spreche ich mit Matthias Sauerbruch vom Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton darüber, warum Architektur heute meistens ohne Farbe auskommen muss und wie man als Architekt Haltung wahren kann in Zeiten ökonomischen Drucks. Der Blick geht zurück in die 1920er Jahre zu Bruno Taut: Wenn Kunst und Architektur zusammenkommen, kann etwas richtig Gutes dabei herauskommen – zum Beispiel das Weltkulturerbe „Hufeisensiedlung“. Das Gespräch über das Gespräch führen Golo Föllmer und Kerstin Kuhnekath. Wir wollen, dass sich etwas ändert an der gebauten Tristesse, die entsteht, wenn der Sparfuchs seine Investition im öffentlichen Raum platziert. Warum wir über guten Geschmack dennoch besser nicht streiten und wie Golo Föllmer einen Bogen von liebloser Architektur zu Modern Talking schlägt, hören sie hier.